DENTALBOHRER VOR 9000 JAHREN


Schon 5000 bis 7000 Jahre v. Chr. haben jungsteinzeitliche „Zahnärzte“ nahezu kreisrunde Löcher in die Zähne ihrer geduldig im Schmerz ausharrenden Patienten gebohrt – berichtet "Nature".

Mit der C 14-Datierung bestimmten Forscher der University of Kansas das Alter von neun in Pakistan gefundener Schädel. In ihren Backenzähnen fanden sie insgesamt 11 bis auf 3,5 Millimeter Tiefe reichende Bohrungen, von denen sich eine auf einer dem Mundinneren zugewandten Fläche befindet, wofür es einer beträchtlichen Fertigkeit (und einer guten Mithilfe des Patienten) bedarf.

Nach Meinung des Anthropologen David Frayer waren die Fähigkeiten der damaligen Zahnärzte beeindruckend. Wahrscheinlich benutzten sie einen kleinen Bogen, dessen Sehne einen Feuersteinbohrer drehte (einen solchen Bohrer fand man in einer Ausgrabungsstätte).

Mit einem identischen Werkzeug ist es Professor Roberto Macchiarelli, ein Anthropologe an der Universität von Poitiers, während eines Experiments gelungen, einen menschlichen Zahn in weniger als einer Minute zu durchbohren.

Die an den Zähnen von gewöhnlichen Bewohnern des prähistorischen Pakistans gefundenen zahnärztlichen Behandlungsspuren lassen den Schluss zu, dass die dortige Gesundheitsvorsorge auf einem hohen Niveau gewesen sein muss. Wahrscheinlich war dieser Dentalbohrer eine Weiterentwicklung eines zum Bohren von Löchern in Perlen verwendeten Werkzeugs.